"Kann man den Genius Loci bauen" ist im Buch "Orte - Nicht-Orte - Ortlosigkeit, alles eine Frage des Standpunktes?" im Verlag Königshausen & Neumann erschienen. Ich bedanke mich beim Herausgeber Paul Danler für die Einladung und für die sehr gute Zusammenarbeit. Seite 137 - 162 vgl. Scan anbei
Walter Klasz
Kann man den Genius Loci bauen?
Diese Arbeit ist der Versuch, der Frage auf den Grund zu gehen, inwieweit ein Architekt den Genius Loci bauen kann. In der Publi-kation Genius Loci aus dem Jahr 1979 zeigte Christian Norberg-Schulz u.a. eindrücklich, dass Regionalität ein Reichtum der Kul-turlandschaft ist. Ein viertel Jahrhundert später erarbeitete Robert Josef Kozljanič in seiner philosophischen Dissertation Der Geist eines Ortes eine Kulturgeschichte und Phänomenologie des Genius Loci. Er unterscheidet im Gegensatz zu Norberg-Schulz zwischen Charakter und Stimmung eines Ortes (vgl. Kozljanič 2004, 313). Bezugnehmend auf diese zwei Begriffe wird wieder ein viertel Jahr-hundert später anhand ausgewählter Projekte der Aspekt der Be-ziehungsqualität untersucht. Beziehung entsteht durch Dialog. Der Begriff des ‚Dazwischen‘ wird verwendet, um sich dem Ursprung des Genius Loci anzunähern. Durch Dialog entsteht Beziehung. Durch Beziehung entsteht Ort.