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Description

Auf einem gut einsichtigem exponierten Platz oberhalb der Almgastwirtschaft
Rauschbrunnen realisierten engagierte Mitglieder der Jungbauernschaft Tirol /
Bezirk Innsbruck Stadt-Land in Eigenleistung einen Ort der Kontemplation und
Identifikation. Das in Tirol tradierte Thema Herz-Jesu wurde im Dialog mit dem
Architekt intensiv diskutiert und frei interpretiert. Semantisch lehnt sich die
Kapelle an tradierte Erwartungen an. Das steile Satteldach des im Grundriss
leicht konkaven Gebäudes hoch oben in der Nordkette ist sogar von der Stadt
aus erkenntlich. Überrascht werden die Besucher jedoch beim Ankommen. Aus
der fensterlosen Außenhülle in Lärchenschindel ist eine Art Scherbe als
Eingang herausgebrochen. Die Innenhaut der Holzriegelkonstruktion besteht
durchgängig aus geruchsintensivem Zirbenholz, welches im Dachbereich
handwerklich doppelt gekrümmt montiert wurde. Der Stöckelboden zieht sich
in die Nordwand der Kapelle, an der aus dem Hirnholz eine auferstandene
Christusfigur in Lebensgröße auf Fußbodenniveau in den Raum tritt – eine
Arbeit des Jungbauern Michael Egger Riedmüller. Die im Sommer öffenbare
Südseite ist hingegen komplett verglast und durch eine Kreuzform geteilt. Als
Sedilien dienen 11 schlichte Hocker aus Zirbenholz, die ellipsenförmig in
kommunikativer Form situiert sind. Der zwölfte Hocker – im Sinne der heiligen
Zahl 12 – fehlt genau an der Stelle der offenen Wunde bzw. Scherbe. Dies
symbolisiert die Offenheit des Raumes und die Offenheit der aufgeschlossenen
Katholiken, die Ihre Tradition pflegen, neu interpretieren und sich aber nicht
dem Fremden und Neuen verschließen.

 

 

Architekt Walter Klasz  | +43 699 167 666 54 | walter@klasz.at |  Rathausplatz 7, 4550 Kremsmünster
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